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Frühling 2006 In Zukunft auch ein Gewürztraminer
Die während der Ernteperiode vorherrschenden Wetterbedingungen dauerten fast über den ganzen Winter an; Regenschauer, Kälte und auch Schnee prägten die Saison. Im Dezember nahm die Kälte nach und nach zu, mit reichlichen Schneefällen im Val di Chiana und auch im Januar blieben die Temperaturen fast stets unter dem Nullpunkt. Kurz, ein klassischer strenger Winter, der uns jedoch, wenngleich leicht verspätet erlaubt, die anfallenden Arbeiten im Weinberg voranzubringen.
Kellerei-NotizenDie Ergebnisse der letzten Ernte (eine der schwierigsten überhaupt) waren dann doch nicht so enttäuschend wie befürchtet. Die mittels gezielter Vinifizierungen gewonnenen Weine entfalten nunmehr ihre Charakteristiken – sie besitzen zwar nicht zur Gänze die erhoffte Konzentration, doch entwickeln sich ihre sehr angenehmen, weinigen und sortentypischen Bouquetfacetten zunehmend erfreulich positiv: es sind Weine, die sich zwar nicht für eine lange Ablagerung eignen, die man jedoch für ihre geschmeidige Weichheit und ihre florealen Nuancen schätzen wird. Immerhin konnte eine limitierte Menge Sangiovese mit sensorischen und analytischen Qualitäten von ausgeprägtem Niveau gewonnen werden. Dieser Wein – der aus einer vermutlich bei idealen Reifegraden geernteten Traubenselektion vinifiziert wurde – wird wahrscheinlich der einzige, für eine lange Ablagerung geeignete aus diesem Jahrgang sein.
Arbeit im WeinbergEs ist äußerst schwierig, die Winterarbeiten so einzuplanen, dass bei Beginn des neuen Vegetationszyklus alle Rebstöcke in perfekter Kondition sind. Man weiß, dass sich zu früh vorgenommene Rebschnitte verheerend im Fall eventueller Frostausbrüche im Frühjahr auswirken können und noch schlimmer wäre eine Verspätung der Austriebsphase. Das Problem scheint fast unüberwindlich, wenn es darum geht, den Schnitt bei einer Riesenanzahl von Pflanzen vorzunehmen. Die – rein theoretische – Lösung bestände in der unbegrenzten Verfügbarkeit von Personal, um die Schnittarbeit so spät als möglich und in kürzester Zeit zu erledigen. Doch dies ist heutzutage leider nicht nachvollziehbar. Glücklicherweise kommt hier die Technologie zur Hilfe und wir experimentieren derzeit mit einer „Vor-Schnittmaschine“, die das Problem wenigstens zu einem Teil lösen sollte. Dieses aus kreisrunden Klingen zusammengesetzte Gerät ermöglicht einen ersten groben Schnitt und reduziert so die Arbeitszeit für den sukzessiven finalen Rebschnitt von Hand praktisch auf die Hälfte. Nachdem die ersten Schwierigkeiten überwunden wurden, sind die Ergebnisse äußerst zufriedenstellend.
Neue RebanlageDieses Jahr werden sich die Neuanlagen auf einen 2 ha großen Versuchs-Weinberg beschränken, den wir mit drei verschiedenen Gewürztraminer-Klonen für die Gewinnung von Dessertweinen bestocken werden. Diese Varietät wurde wegen ihrer charakteristischen Eigenschaften gewählt: ihre aromatischen, dickschaligen Traube von leuchtend rosaroter Farbe übertragen warme und attraktive Tonalitäten auf den Wein und vor allem eignen sie sich ideal für die Lese bei Überreife (Spätlese, Eiswein, Trockenbeerenauslese, vendage tardive). Die Böden für diesen bei mittleren Pflanzdichten (wenig mehr als 4.000 Reben pro Hektar) zu bestockenden Weinberg sind bereits vorbereitet.
VeranstaltungenDas Haus Carpineto ist auch heuer zur Teilnahme an dem von der namhaften britischen Fachzeitschrift Decanter organisierten Great Italian Fine Wine Encounter eingeladen worden, der am kommenden 20. Mai stattfinden wird. An diesem großartigen Degustations-Event nehmen (ausschließlich auf Einladung) die 100 renommiertesten italienischen Erzeuger mit 600 der besten Gewächse des gesamtitalienischen Weinpalette. Eine Einladung zu dieser größten Degustations-Veranstaltung für italienische Weine in Großbritannien repräsentiert zweifelsohne eine große Genugtuung bereitende Anerkennung für Unternehmen, die sich, wie Carpineto, seit jeher zielstrebig für bestmögliche Qualität engagieren.
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